DIE DEERBERG GESCHICHTE

Alles begann 1986 mit einer Ledernähmaschine, einem Auto und ersten Musterschuhen von Birkenstock. Gabi Deerberg, gelernte Lederschneiderin, bekam von einer örtlichen Polsterei Lederreste geschenkt und kam auf die Idee, daraus schicke Lederhosen zu nähen. Ihre Maßschneiderei nach Wunsch sprach sich herum, die Nachfrage stieg sehr schnell. Gabi und Stefan Deerberg fuhren abends zu ihren Kunden und kamen auf die Idee, zusätzlich auch bequeme Lederschuhe anzubieten. Die Qualität der Waren, der persönliche Service und die Rundum-Betreuung stimmten, der Absatz stieg immer weiter.

Als Lager- und Produktionsstätte dienten Schlaf- und Wohnzimmer, das Auto war neben der Nähmaschine das wichtigste Arbeitswerkzeug. Sprach sich ein Liefertermin bei Freunden und Bekannten schnell herum, so wurden aus Auslieferung und Anprobe regelrechte Events mit toller Stimmung und immer mehr Interessenten.

Die anfallenden Arbeiten waren bald nicht mehr nebenbei zu bewältigen, die Deerbergs wollten sich nur noch auf den Handel konzentrieren. So kündigte Stefan Deerberg, gelernter Flugzeugbauer, seinen Job, und Gabi Deerberg widmete sich nur noch dem Handeln und nicht mehr dem Nähen. Gleichzeitig stellte man auf Postversand um, das persönliche Ausliefern war nicht mehr zu bewältigen.

Der wachsende Kundenstamm machte es möglich, Sammelbestellungen bei den Herstellern zu tätigen. Diese Einkaufsvorteile gab und gibt Deerberg immer an die Kunden weiter. Die Schuhe von Birkenstock wurden so zu vergleichsweise niedrigen Preisen angeboten, teilweise 25% unter dem üblichen Ladenpreis. Dann jedoch stoppte Birkenstock die Lieferungen: Andere Händler beschwerten sich über Deerbergs niedrige Verkaufspreise. Diese Diffamierungen des Wettbewerbs und der vorübergehende Mangel an Schuhen führte dazu, dass Deerberg nun mehrere zusätzliche Waren ins Programm aufnahm. Der „Boykott“ wurde zwar nach vielen Gesprächen wieder aufgehoben, doch diese Lektion haben die Deerbergs verstanden: Wenn man seinen Kunden günstige Preise bieten will, gilt es, so weit wie möglich von den Lieferanten unabhängig zu sein.

Bald nahmen Nachfrage und Auftragslage für die bequemen Schuhe derart zu, dass die Arbeit in der anfänglichen Form nicht mehr weitergeführt werden konnte. Die Wohnräume der Deerbergs reichten als Lager nicht mehr aus, und die persönlichen Präsentations- und Auslieferungstermine waren für zwei Personen nicht mehr zu bewältigen. Ab 1988 diente der ehemalige Tanzsaal des Dorfkrugs in Velgen als Warenlager. Zugleich wurde der erste Mitarbeiter eingestellt, der auch heute noch im Unternehmen tätig ist.

1989 wurde der erste Katalog für Naturschuhe und Leder gedruckt, der entscheidende Schritt in Richtung auf das heute florierende Versandunternehmen war getan. Dieser erste Katalog umfasste 16 Seiten in Farbe. Zusätzlich gab eine begleitende Anzeige in der Zeitschrift „Ökotest“ Impulse zur Neukundengewinnung und Werbung, weiteres Wachstum folgte.

Im Jahr 1990 nahm die Deerberg GmbH zum ersten Mal – nach den selbstgefertigten Lederhosen- Bekleidung in das Angebot auf. Mit irischen Wollpullovern entwickelte sich damit ein zweites Standbein, die Produktpalette wurde immer breiter.

Die steigende Nachfrage machte die Optimierung und Ausweitung von Lager und Versand unumgänglich. 1994 wurde so aus einer ehemaligen Kartoffelscheune das neue Quartier der Deerberg GmbH. Dort entstand nicht nur der neue Laden mit dem gesamten Sortiment, es wurden auch die mittlerweile 30 Mitarbeiter unter einen Dach vereint.

Die Einweihung der neuen Deerberg-Zentrale wurde mit einem großen Sommerfest für alle Mitarbeiter, Kunden und Interessierte aus dem ganzen Landkreis begangen. Inzwischen ist das Sommerfest zu einer festen und beliebten Tradition in Velgen geworden: 2012 kamen mehr als 23.000 Besucher!

1995 wagten die Deerbergs den nächsten Schritt und starteten die erste größere Anzeigenkampagne, u.a. in der Brigitte, Petra und Gala. Mit Erfolg: Der Kundenkreis vergrößerte sich um ein Vielfaches. Auch die Ausrichtung des Sortiments wurde zeitgleich erweitert, denn die Zielgruppe umfasste nun nicht mehr ausschließlich ökologisch Orientierte, sondern auch all jene, die gern weitgehend natürlich gekleidet sein möchten, ohne auf den Komfort bestimmter Materialien – z.B. Stretch – verzichten zu wollen. So musste schon 1999 eine neue Halle errichtet werden. Laden und KundenServiceCenter befanden sich im Haupthaus, Lager und Verwaltung in der dahinter liegenden Halle. So war weiterhin die direkte Kommunikation zwischen allen Abteilungen auf kurzen Wegen möglich.

2001 gab es den ersten online blätterbaren Katalog auf der Firmenwebsite deerberg.de.

Im Jahr 2004 hatte sich die Deerberg GmbH zu einem florierenden mittelständischen Unternehmen entwickelt, der entgegen dem herrschenden Branchentrend weiter wuchs und jedes Jahr wieder Umsatzsteigerungen verzeichnen kann. Von 135 Mitarbeitern waren 85 Prozent weiblich. Das positive Feedback von Mitarbeitern und Kunden sowie der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens zeigten, dass Deerberg mit seiner familienfreundlichen Firmen- und der nutzenorientierten Produkt-Philosophie auf dem richtigen Weg war. Im Juni 2004 wurden der Deerberg GmbH in Berlin die Auszeichnung für eine familienfreundliche Unternehmensstruktur verliehen. Das Audit „Beruf & Familie“ wurde von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung ins Leben gerufen und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

2005 breitete sich die Deerberg GmbH in die beiden umliegenden Landkreise aus. Das Stammhaus mit KundenServiceCenter und Laden erweiterte sich in Velgen (LK Uelzen), die Logistik wurde im nur 12 km entfernten Melbeck (LK Lüneburg) angesiedelt. Die gehandelten Waren deckten auf die nächsten Jahre geplant eine Lagerhallenfläche von ca. 4.000 qm ab.

Mit tollen Angeboten und vielfältigen Aktionen sowie dem großen Sommerfest beging die Deerberg GmbH 2006 sein 20-jähriges Jubiläum. Ein Jahr später erfolgte die Re-Auditierung des Audit „Beruf & Familie“ in Berlin. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie blieben und bleiben bei Deerberg weiterhin gelebte Werte.

Im Herbst 2007 kam der Startschuß für den Schweizer Deerberg-Katalog. Wie es für Deerberg und seine Entwicklung typisch ist, begannen wir mit einer kleinen Katalogauflage und wurden in der Schweiz mit offenen Armen empfangen.

2008 folgte dann der Relaunch der Deerberg-Internetseite. 3D-Animationen und Zoom In-Funktion brachten unseren Kunden die Lieblingsstücke im WorldWideWeb näher. Durch diese Entwicklung wurde die Technik des Online-Kataloges viel benutzerfreundlicher, und so war es nicht verwunderlich, dass immer mehr Kunden diesen Bestellweg zu nutzen begannen.

Nach langer Bedenkzeit und einigen Widrigkeiten seitens der Politik konnte in Velgen ebenfalls 2008 die Einweihung eines fast 1000 qm großen Ladens gefeiert werden – aus dem kleinen Laden wurde ein Flagstore! Hier können die Besucher die gesamte Deerberg Welt mit allen Sinnen erfassen und genießen. Sie können sich in gemütlicher Atmosphäre von der Qualität der Schuhe und Textilien überzeigen, neue Lieblingsstücke entdecken und es sich bei einer Tasse Kaffee und Tee gutgehen lassen.

„Deerberg – das klingt schwedisch!“ ist ein häufig gehörter Satz in unserem Laden in Velgen. Für uns war dies Grund genug, es einmal auszuprobieren: 2009 verschickten wir einen Katalog nach Schweden, und auch dort waren viele Kunden überzeugt, Deerberg könnte ein schwedisches Unternehmen sein.

Angeregt von den Erfolgen in der Schweiz und Schweden gab es dann im gleichen Jahr auch den Katalog für Österreich, und auch hier wurden wir herzlich aufgenommen!

25 Jahre Deerberg feierten wir 2011 mit einem tollen Jubiläums-Gewinnspiel. Ende des Jahres erhielt die Gewinnerin aus Süddeutschland: Ein Elektroauto! Weiter gefeiert wurde auf dem mittlerweile legendären Sommerfest, der Kinderschuhwoche und dem Lichterfest.

Offener, freier und stärker an den Katalog angelehnt wurde der E-Shop neueröffnet. Begleitet wird der Shop von einem Blog mit vielen Informationen rund um Deerberg und alle Lieblingsstücke.

Besonders stolz sind wir auf die Auszeichnung „Katalog des Jahres 2011“, die wir im Herbst 2011 auf dem Versandhandelskongreß in Wiesbaden verliehen bekamen. Sozusagen der „Oscar“ der Branche – eine schöne Bestätigung unserer Arbeit.

Räumlich gab es wieder einiges zu meistern im Jahr 2011: Die Logistik wurde wieder einmal zu klein und zog von Melbeck nach Lüneburg. Hier stehen nun 10.000 qm für die Artikel zur Verfügung.

Im Sommer 2012 bekam unser Einkauf mehr Platz und zog ebenfalls nach Lüneburg um, wo auch ein weiteres Fotostudio geschaffen wurde. Unser E-Shop wurde umgestaltet und ist jetzt noch größer und bedienungsfreundlicher geworden. Und mit der Realisierung der Unternehmenswebsite haben wir wieder einen großen Schritt gemacht in Richtung Zukunft!